EINLEITUNG

Tabak ist nach wie vor eine der größten Gefahren für die öffentliche Gesundheit und weltweit für mehr als 8 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Dennoch raucht laut der letzten Eurobarometer-Umfrage fast ein Viertel der Europäer weiterhin regelmäßig. Angesichts dieser Tatsache wenden sich viele Raucher Alternativen zu: elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) oder erhitzter Tabak (HTP).

Immer beliebter werdende Alternativen.

Seit mehreren Jahren finden Lösungen wie E-Zigaretten oder erhitzter Tabak bei einer wachsenden Zahl von Rauchern Anklang. Sie werden oft als weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten dargestellt, da sie die Belastung durch die im Tabakrauch enthaltenen Giftstoffe reduzieren. Aber was ist wirklich dran an dieser Behauptung?

Eine im Juni 2025 veröffentlichte wissenschaftliche Studie liefert interessante Antworten. Die Forscher verglichen die Mengen an Schadstoffen, die beim Konsum von herkömmlichen Zigaretten, erhitztem Tabak und E-Zigaretten eingeatmet werden, und stützten sich dabei auf unabhängige Daten, die nicht von der Tabakindustrie finanziert wurden.

KLASSISCHE ZIGARETTEN

Das Verbrennen von Tabak ist der gefährlichste Prozess. Wenn eine Zigarette bei einer Temperatur von über 800 °C brennt, setzt sie mehr als 7000 chemische Substanzen frei, von denen etwa hundert als „schädlich oder potenziell schädlich” eingestuft sind. Dazu gehören:

Kohlenmonoxid (CO) : giftiges Gas, das die Sauerstoffversorgung des Blutes beeinträchtigt.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): stark krebserregende Stoffe, die bei hohen Temperaturen entstehen, wie beispielsweise Benzopyren.

Tabakspezifische Nitrosamine (TSNAs): gehören zu den bekanntesten krebserregenden Verbindungen, wie beispielsweise Nitrosoanatabin.

Aldehyde (Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein): Reizstoffe für die Atemwege.

Schwermetalle (Blei, Cadmium, Nickel, Quecksilber): giftig für zahlreiche Organe.

Smoking kills

Erhitzter Tabak vs. E-Zigaretten

Erhitzter Tabak (HTP): Der Tabak wird ohne Verbrennung erhitzt, wodurch ein Aerosol aus Nikotin und anderen Substanzen entsteht, jedoch in geringeren Mengen als beim Zigarettenrauch.

Elektronische Zigarette: Ein E-Liquid aus Propylenglykol, pflanzlichem Glycerin, Nikotin (je nach gewählter Dosierung) und Aromen wird verdampft. Hier wird kein Tabak, sondern Dampf inhaliert.

 

ProduktFunktionsweiseWichtigste inhalierte SubstanzenVorhandensein von Tabak
Klassische ZigaretteVerbrennung von Tabak (700–900 °C)Rauch, Teer, CO, Tausende giftige VerbindungenJa
Erhitzter Tabak (HTP)Kontrollierte Erhitzung des Tabaks (300–350 °C) ohne VerbrennungAerosol, das Nikotin, Aldehyde und TSNA enthältJa
Elektronische ZigaretteErhitzen eines E-Liquids (Glycerin, Propylenglykol, Aromastoffe, variabler Nikotingehalt)Dampf (Nikotin, Aromastoffe, Spuren von Carbonylverbindungen)Nicht

DIE ZAHLEN SPRECHEN FÜR SICH

Die Studie von 2025 ermöglichte einen Vergleich der Konzentrationen inhalierter Schadstoffe, nicht pro Packung oder Zigarette, sondern pro Zug (Puff), um die Realität des Konsums bestmöglich widerzuspiegeln. Die Ergebnisse sind eindeutig: E-Zigaretten und erhitzter Tabak reduzieren die Belastung durch Schadstoffe erheblich, jedoch in unterschiedlichem Maße.

 

Substanz (bekannte Wirkung)Klassische ZigaretteErhitzter Tabak (HTP)Elektronische Zigarette
Nitrosoanatabin (krebserregend)20,98 ng/Zug1,51 ng/Zug0,005 ng/Zug
Nikotin (Abhängigkeit)0,17 mg/Zug0,10 mg/Zug0,05 mg/Zug
Kohlenmonoxid (CO) (Herz-Kreislauf)2,78 mg/Zug0,04 mg/Zug0,002 mg/Zug
Benzopyren (stark krebserregend)1,40 ng/Zug0,05 ng/Zug0,003 ng/Zug
Formaldehyd (krebserregend, reizend)4,7 µg/Zug0,53 µg/Zug0,04 µg/Zug
Acrolein (giftig für Lunge und Herz)12,4 µg/Zug0,67 µg/Zug0,06 µg/Zug

 

Diese Zahlen zeigen eine deutliche Verringerung der Belastung durch giftige Substanzen, insbesondere bei E-Zigaretten. Den Forschern zufolge ermöglicht erhitzter Tabak eine durchschnittliche Verringerung der Belastung durch Schadstoffe um 91 %, während E-Zigaretten eine Verringerung um etwa 98 % erreichen.

GRENZEN DIESER STUDIE

Wie alle wissenschaftlichen Arbeiten weist auch diese Metaanalyse gewisse Einschränkungen auf, die berücksichtigt werden müssen.

Erstens sind Vergleiche zwischen Studien aufgrund fehlender identischer Protokolle nur bedingt aussagekräftig. Diese methodischen Unterschiede können die Ergebnisse beeinflussen und müssen berücksichtigt werden. 

Ein weiterer Punkt, der Aufmerksamkeit erfordert, sind nicht regulierte Produkte, die auf bestimmten Märkten weit verbreitet sind. Gefälschte E-Liquids oder illegale Pods können nicht deklarierte Substanzen enthalten und somit eine echte Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Schließlich garantiert die Verringerung der Emissionen nicht automatisch eine proportionale Verringerung der Gesundheitsrisiken.

Vaping saves lives

WICHTIGE HINWEISE

Wissenschaftliche Daten bestätigen, dass Alternativen zur herkömmlichen Zigarette die Belastung durch giftige Substanzen sehr stark reduzieren. Studien zufolge scheint die E-Zigarette die am wenigsten schädliche der derzeit für Raucher verfügbaren Lösungen zu sein. Auch erhitzter Tabak stellt eine weniger riskante Alternative zur herkömmlichen Zigarette dar, sein Toxizitätsprofil ähnelt jedoch eher dem der Zigarette als dem des Dampfens.

Allerdings ist keine dieser Alternativen völlig ungefährlich. Sie sollten in erster Linie als Mittel zur Risikominderung für Raucher betrachtet werden, denen es nicht gelingt, mit dem Rauchen aufzuhören, und nicht als harmlose Produkte für den Freizeitgebrauch. Die beste Wahl bleibt nach wie vor der vollständige Verzicht auf Tabak und Nikotin. Für diejenigen, denen dieser Schritt nicht gelingt, kann das Dampfen einen Übergang zu einem deutlich weniger schädlichen Konsum darstellen. 


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Das Sweetch-Team